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Ein Analysezertifikat (COA) richtig lesen

Geprüftes Produkt, Prüfmethode, Reinheit in Prozent, Prüfdatum: Ein COA ist nur so gut wie die Angaben, die darin stehen. So prüft man, ob ein Zertifikat zum Vial in der Hand passt.

Nur für Forschungszwecke
  • Veröffentlicht2026-09-19
  • Aktualisiert2026-09-19
  • AutorGPeptides Redaktion (Betreiber)

Was ein COA ist

Ein Certificate of Analysis (Analysezertifikat, kurz COA) dokumentiert die Ergebnisse der Prüfung einer konkreten Ware. Es wird vom prüfenden Labor ausgestellt und bezieht sich immer auf die untersuchte Ware, nie auf ein Produkt im Allgemeinen. Ein COA ohne erkennbaren Bezug zur untersuchten Ware ist wertlos, weil es sich keinem Vial zuordnen lässt. Hinzu kommt: Ein Zertifikat ist eine Momentaufnahme. Es beschreibt die untersuchte Probe zum Prüfdatum und unter den dort genannten Bedingungen.

Die Pflichtangaben

  • Produkt und Sequenz: Name des Peptids, gegebenenfalls Sequenz oder Summenformel. Aus der Summenformel wird die theoretische Masse berechnet.
  • Bezeichnung der geprüften Ware: Sie muss mit dem Etikett des Vials übereinstimmen. Bei GPeptides stehen dort der Produktname und die Einwaage je Vial.
  • Prüfmethode: Für die Reinheit ist die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) üblich, für die Identität die Massenspektrometrie.
  • Ergebnis: Reinheit in Prozent (Flächenprozent des Hauptpeaks), gemessene Masse gegenüber der theoretischen Masse.
  • Prüfdatum und Labor: Wer hat wann geprüft, mit Name und Anschrift des Labors.
  • Zuordnung des Dokuments: eine Berichtsnummer, über die sich das Zertifikat beim Labor wiederfinden lässt.

Reinheit richtig einordnen

Eine Angabe wie „99,2 %“ beschreibt den Anteil des Hauptpeaks an der Gesamtfläche des Chromatogramms bei der verwendeten Wellenlänge. Die Auswertesoftware integriert dazu die Fläche jedes einzelnen Peaks. Die Zahl sagt nichts über den Wassergehalt, Gegenionen oder den Nettopeptidgehalt aus. Zwei COAs sind deshalb nur vergleichbar, wenn Säule, Gradient, Detektor und Wellenlänge übereinstimmen. Mehr dazu im Ratgeber Reinheit von Research-Peptiden.

Identität: Masse statt Vermutung

Die Massenspektrometrie liefert die gemessene molekulare Masse. Stimmt sie – innerhalb der Messtoleranz – mit dem theoretischen Wert der Sequenz überein, ist die Identität belegt. Ein hoher HPLC-Wert allein reicht dafür nicht: Ein reines, aber falsches Peptid hätte ebenfalls einen sauberen Peak. Achten Sie darauf, ob berechnete und gefundene Masse nebeneinander ausgewiesen sind; nur dann ist der Abgleich nachvollziehbar. Wie beide Verfahren arbeiten, erklärt der Ratgeber HPLC und Massenspektrometrie.

Weitere Parameter auf dem Zertifikat

Neben Reinheit und Identität können Zertifikate weitere Prüfungen ausweisen, etwa auf Schwermetalle oder Endotoxine. Diese Angaben stehen jeweils für sich: Ein Endotoxinwert sagt nichts über die chromatographische Reinheit aus, ein HPLC-Wert nichts über Schwermetalle. Lesen Sie deshalb zuerst, welche Parameter überhaupt aufgeführt sind. Ein Zertifikat belegt ausschließlich das, was darauf gemessen wurde.

Typische Fehler beim Lesen

Die folgenden Punkte fallen meist beim Wareneingang auf, wenn Etikett und Dokument zum ersten Mal nebeneinanderliegen; die übrigen Schritte der Warenannahme nennt der Ratgeber Versand und Wareneingang.

  • Die Angaben auf Etikett und Zertifikat werden nicht miteinander verglichen.
  • Prozentwerte verschiedener Anbieter werden gegenübergestellt, obwohl die Methoden nicht dieselben sind.
  • Die Reinheit wird als Gehaltsangabe gelesen; tatsächlich wiegt das Pulver Gegenionen und Restwasser mit.
  • Ein Ausschnitt gilt als Beleg, obwohl Chromatogramm oder Spektrum fehlen.
  • Das Prüfdatum wird übersehen, sodass ein älteres Zertifikat einer neueren Lieferung zugeordnet wird.

Woran man ein belastbares Zertifikat erkennt

  1. Die Produktangaben auf COA und Etikett sind identisch.
  2. Das Labor ist benannt und unabhängig vom Verkäufer.
  3. Methode, Gerät und Bedingungen sind angegeben, nicht nur das Ergebnis.
  4. Das Chromatogramm beziehungsweise Spektrum liegt bei oder ist auf Anfrage erhältlich.
  5. Das Prüfdatum passt zeitlich zur gelieferten Ware.
  6. Zertifikat und Produktseite widersprechen einander nicht.

So finden Sie die COAs bei GPeptides

Die vorliegenden Zertifikate stehen im Laborbereich, nach Produkt sortiert; jedes nennt das geprüfte Produkt und das Prüfdatum. Auf jeder Produktseite ist der Laborbereich verlinkt. Fehlt ein Zertifikat, ist die Ware als „ausstehend“ markiert – wir tragen es nach, sobald das Labor liefert. Welche Schritte die Ware vom Wareneingang bis zur Veröffentlichung durchläuft, beschreibt der Ratgeber Qualitätskontrolle: Vom Rohstoff bis zum Zertifikat.

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