
Ratgeber
TB-500: Aufbau, Analytik und Handhabung in der Forschung
TB-500 bezeichnet das N-terminal acetylierte Heptapeptid Ac-LKKTETQ aus Thymosin β4. Der Ratgeber erklärt Benennung, Aufbau und Abgrenzung zu verwandten Molekülen sowie Analytik und Lagerung des Laborreagenzes.
Nur für Forschungszwecke- Veröffentlicht2026-09-24
- Aktualisiert2026-09-24
- AutorGPeptides Redaktion (Betreiber)
Überblick: Was hinter dem Namen TB-500 steht
TB-500 ist ein Katalog- und Handelsname, kein INN und keine systematische Bezeichnung. Das „TB“ verweist auf Thymosin beta 4, das Protein, aus dem die Sequenz stammt. Die Zahl 500 ist dagegen keine chemische Angabe: Sie beschreibt weder die Kettenlänge noch die Masse. Im Katalog erscheint das Molekül zweimal: als Einzelprodukt TB-500 mit 5 mg und als Bestandteil des Blends BPC-157 + TB500 mit 10 mg Gesamteinwaage. Verbindlich für die Identität sind nicht Namen, sondern Sequenz, Summenformel und die im Zertifikat gemessene Masse.
Aufbau im Detail
Die Kurzschreibweise Ac-LKKTETQ wird vom N- zum C-Terminus gelesen. „Ac“ bezeichnet eine Acetylgruppe (CH3CO–), die kovalent an die Aminogruppe des ersten Restes gebunden ist. Es folgen Leucin (L), zweimal Lysin (K), Threonin (T), Glutaminsäure (E), erneut Threonin und Glutamin (Q); E und Q werden leicht verwechselt.
Die Summenformel lautet C38H68N10O14, die mittlere molare Masse rund 889,0 g/mol, die monoisotopische Masse 888,49 Da. Alle Reste liegen in der L-Form vor; mit den je zwei Stereozentren der Threonine ergeben sich neun. Das Peptid ist linear, ohne Disulfidbrücke und nicht zyklisiert.
Chemisch bedeutsam sind die beiden Enden. Die Acetylierung ersetzt die freie, positiv geladene Aminogruppe durch eine neutrale Amidbindung. Der Kettenanfang ähnelt damit der Peptidbindung, die im Protein an dieser Stelle besteht, und ist für Aminopeptidasen schwerer angreifbar. Der C-Terminus ist nicht amidiert; eine amidierte Variante wäre nur rund 0,98 Da leichter und lediglich hochauflösend sicher abzugrenzen. Bei neutralem pH stehen den zwei protonierten Lysin-Seitenketten zwei negative Ladungen gegenüber: die Glutamat-Seitenkette und die C-terminale Carboxygruppe.
Abgrenzung zu verwandten Molekülen
- TB-500 (Ac-LKKTETQ-OH): 7 Aminosäuren, C38H68N10O14, rund 889 g/mol, CAS 885340-08-9.
- LKKTETQ ohne Acetylgruppe: C36H66N10O13, rund 847 g/mol; 42 Da leichter und ein möglicher Nebenbestandteil der Synthese.
- Thymosin β4: das vollständige Protein mit 43 Resten und einer molaren Masse von rund 4963 g/mol (CAS 77591-33-4); LKKTETQ bildet darin die Positionen 17 bis 23.
- Ac-SDKP: acetyliertes Tetrapeptid vom N-Terminus desselben Proteins, C20H33N5O9, rund 488 g/mol; ohne Sequenzüberlappung mit TB-500.
- BPC-157: 15 Aminosäuren, rund 1419,5 g/mol, unmodifizierte Enden; mit Thymosin β4 nicht verwandt.
Worauf bei Analytik und COA zu achten ist
Prüfen Sie zuerst, welche Masse ein Zertifikat angibt: Hochauflösende Geräte messen die monoisotopische, Übersichten nennen oft die mittlere. Im Elektrospray-Spektrum des Heptapeptids sind typischerweise zu erwarten:
- [M+H]+ bei m/z 889,50
- [M+2H]2+ bei m/z 445,25; die zwei Lysine begünstigen die doppelte Protonierung
- Natrium- und Kaliumaddukte bei m/z 911,48 und 927,45
Vorsicht bei Einzelsignalen: Vollständiges Thymosin β4 erscheint als Serie mehrfach geladener Ionen, etwa um m/z 994 (fünffach) oder 828 (sechsfach), also im selben Bereich. Aussagekräftig ist erst die dekonvolutierte Masse. Typische Nebenbestandteile sind Fehlsequenzen, denen eine Aminosäure fehlt (etwa minus 128 Da ohne ein Lysin, minus 101 Da ohne ein Threonin), das nicht acetylierte Peptid (minus 42 Da) sowie desamidiertes Glutamin. Die Desamidierung verschiebt die Masse um nur +0,98 Da, fast deckungsgleich mit dem ersten Isotopensignal; erkennbar wird sie hochauflösend oder als eigener Peak im Chromatogramm. Epimere, also Moleküle mit einer Aminosäure in D-Form, haben dieselbe Masse und lassen sich nur chromatographisch trennen.
TB-500 enthält keine aromatische Aminosäure. In der HPLC wird es deshalb im kurzwelligen UV-Bereich um 214 bis 220 nm über die Peptidbindungen erfasst; bei 280 nm zeigt es kaum Signal. Die Reinheit in Flächenprozent ist zudem vom Nettopeptidgehalt zu unterscheiden. Die basischen Lysin-Seitenketten liegen nach der Reinigung als Salz vor, meist mit Trifluoracetat (TFA) oder Acetat als Gegenion. Bei zwei TFA-Ionen je Molekül entfielen rechnerisch nur rund 80 % der Salzmasse auf das Peptid, bei zwei Acetat-Ionen rund 88 %, Restwasser nicht eingerechnet. Nicht verwechseln: Die Acetylgruppe ist kovalent gebunden und Teil der Summenformel, das Gegenion Acetat dagegen nur Salzbestandteil. Mehr dazu im Ratgeber Reinheit von Research-Peptiden.
TB-500 wird regelmäßig extern per HPLC und Massenspektrometrie geprüft. Verfügbare Analysezertifikate (COA) stehen im Laborbereich; fehlt ein Zertifikat, gilt die Prüfung dort als ausstehend. Die Messverfahren erläutert der Ratgeber HPLC und Massenspektrometrie, das Lesen eines Zertifikats der Ratgeber Analysezertifikat richtig lesen.
Lagerung und Handhabung im Labor
Das Lyophilisat wird trocken, lichtgeschützt und kühl gelagert, über längere Zeiträume bei −20 °C oder kälter. Molekülspezifisch gilt: Ohne Methionin, Cystein und Tryptophan fehlen die klassischen Oxidationsstellen, ohne Asparagin und Aspartat auch die für Desamidierung und Isomerisierung besonders anfälligen Positionen. Empfindlichste Stelle ist das Glutamin; eine Pyroglutamat-Bildung wie bei N-terminalem Glutamin entfällt, da es am C-Terminus steht. Wichtigster Einflussfaktor bleibt die Feuchtigkeit, denn Peptidsalze mit Acetat oder TFA ziehen Wasser an; kalte Vials daher erst bei Raumtemperatur öffnen. In Lösung laufen Desamidierung und Hydrolyse deutlich schneller ab als im Feststoff. Mehr dazu enthält der Ratgeber Lyophilisierte Peptide lagern.
Forschungskontext
In der Strukturbiologie gilt LKKTETQ als zentrales Aktin-Bindemotiv von Thymosin β4. Das synthetische Fragment erlaubt, diesen Abschnitt isoliert zu betrachten, etwa in In-vitro-Arbeiten zur Wechselwirkung mit G-Aktin und zur Organisation des Zytoskeletts sowie in präklinischen Zellmigrationsmodellen. Aussagen über Wirkungen am Menschen oder am Tier sind damit nicht verbunden.
Nur für die Forschung: rechtlicher Hinweis
GPeptides gibt TB-500 ausschließlich als Laborreagenz für die In-vitro-Forschung ab. Es ist nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt und kein Arzneimittel. Angaben zur Anwendung oder Wirkung macht GPeptides nicht; die Analytik belegt Identität und Reinheit des Reagenzes, mehr nicht. Preis und Verfügbarkeit finden Sie auf den Produktseiten TB-500 und BPC-157 + TB500, weitere Fragmente in der Kategorie Peptid-Fragmente.
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